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Der erlösende Wert seines Opfers
Der Hl. Pio hatte Mitleid mit uns, als er gesehen hat, mit welcher Oberflächlichkeit wir uns mit unseren Sünden konfrontieren, indem wir nicht bereit sind, die Schwere unserer Schuld zu verstehen. Wir denken, dass Gott uns vergibt und fertig. Um zu vermeiden, dass diese Haltung zur Ursache eines nicht mehr wieder gut zu machenden Schadens in unserem geistlichen Leben werde, ist der Hl. Pio an unsere Stelle gegenüber der Gerechtigkeit Gottes getreten und dies hat er zusammen mit Jesus getan. Diese Stellvertretung hat dem Opfer seines Lebens den Sinn der Erlösung gegeben. Der Unschuldige hat auf sich die Verantwortung des Schuldigen genommen. Gott hat seinen Leib und seine Seele mit Leiden überdeckt, welche sich in den Wundmalen durch furchtbarste Schmerzen ausdrückten. Durch diese Sühne hat er für uns die Bedürfnisse (Ansprüche) der göttlichen Gerechtigkeit wiederhergestellt. Er verlangte von Gott, alle Strafen aller Menschen auf sich zu nehmen. Er wollte uns ins Paradies schicken ohne irgend ein Opfer von unserer Seite. Jesus wollte dies nicht. Er gab ihm zur Antwort, dass auch wir unseren Teil an den verlangten Leiden geben müssen, um die Sünden zu sühnen.
Seine Leiden sind zur Erlösung geworden, nicht nur weil er sich auf unseren Platz vor der göttlichen Gerechtigkeit gestellt hat. Der wahre Grund der rettenden Bedeutung seiner langen Kreuzigung ist dieser: er, unschuldig wie Jesus, wurde mit uns Sündern solidarisch, er ist jener geworden, welcher die Sünden begangen hat, welche wir begangen haben. Als er sich mit uns in der Verantwortung für unsere Sünden vereinigt hat und durch seine Leiden gereinigt wurde, ist diese Reinigung über uns geblieben. Er sagte jeden Tag: O Jesus, gib mir ihre Leiden und ihnen die Verdienste und die Gnaden, welche von dir kommen. In seiner aus Liebe zu uns geschenkten schmerzerfüllten Kreuzigung, hat er in uns die schwierige Situation, in welcher wir vor Gott waren, verwandelt. Er hat uns rein und frei von einem grossen Teil der Verantwortung für die begangenen Sünden gemacht. Er hat es aus reiner Liebe getan, so wie Jesus. Er hat von uns nie etwas verlangt und auch von Gott hat er keine Belohnung verlangt. Mit Jesus am Kreuz hat er die Liebe mit dem Schmerz gleich gestellt. Und so hat er Jesus geholfen, in uns die Zeichen des Widerstandes Gott gegenüber zu zerstören. Gott sieht uns als bessere Menschen und liebt uns mehr. Seine Fügsamkeit der Liebe zum Kreuz, kommt von Gott her, wegen dem ist der Hl. Pio zur Quelle des Segens für viele von uns geworden.
Der Hl. Paulus sagt, dass einer für viele gestorben ist, also sind alle gestorben. Unsere Sünden waren der teuflische Ursprung der Zerstörung aller Werte unseres irdischen Lebens, darum wurde unser Leben reich an Leiden. Sie waren auch die Ursache der Zerstörung des göttlichen Lebens, was der wahre Tod ist. Unser Schmerz und unser Tod sind zusammen mit der Mutter Jesu und dem Hl. Pio in den Schmerz und in den Tod Jesu getreten. Sie haben gelitten und sind gestorben. Wir haben gelitten und sind im rettenden Leiden und im Tod, welche sie hatten, gestorben. Unser Tod ist der Grund der Sünde, sagt der Hl. Paulus; es ist der Tod im erlösenden Tod Jesu. Dies ist das Wunder der Liebe, welche Gott für uns hat.
Der Hl. Pio, noch vor seiner Kreuzigung, hat die Gabe der „Transverberation“ bekommen. Er schreibt, dass ihm eine geheimnisvolle Person erschienen ist, welche ihm das Herz mit einer grossen Lanze, welche an der Spitze brannte, durchbohrt hat. Die Kirche lehrt uns, dass dieses mystische Phänomen geschieht, wenn Jesus sein Herz einem Heiligen schenken möchte; er verletzt das menschliche Herz und ersetzt es durch sein eigenes Herz, damit der Heilige mit seinem (dem Herzen Jesu) lieben und leiden kann. Wir können also denken, dass die Solidarität des Hl. Pio mit der grossen Verantwortung, welche wir vor der göttlichen Gerechtigkeit haben, eine Tat der reinsten und göttlichsten Liebe ist. Es ist die gleiche Liebe Jesu, welche jenen rettet, welcher keine geistliche Kraft besitzt, um auf dem Weg der Bekehrung voranzugehen, welche aus Gebet und Busse besteht. Der Hl. Pio hat uns seine sühnenden Leiden geschenkt, darum ist das Leiden, welches Gott von uns nun verlangt, nur jenes des Zeugnisses des christlichen Lebens, welches aus Gebet und guten Werken besteht. Wir sind von den schrecklichsten Leiden der Kreuzigung dispensiert. Unsere Bekehrung besteht in dem: wir müssen auf dem Weg des Evangeliums gehen, indem wir Jesus, Maria und den Hl. Pio loben und ihnen danken. Sie sind an unsere Stelle getreten in der harten Konfrontation mit der göttlichen Gerechtigkeit. Die gleiche Liebe, welche Jesus geführt hat, um sein Leben für uns zu geben, hat den Hl. Pio geführt, das Kreuz und den Tod am Kreuz anzunehmen. Mit Jesus ist er ein Mensch geworden, welcher für jeden, von Gott geschaffenen Menschen, stirbt. Am Kreuz Jesu ist der Hl. Pio von Jesus gerettet worden und hat ihm geholfen, uns zu erlösen. Jesus hat auf sich alle unsere Sünden genommen und hat sie gesühnt. Der Hl. Pio ist auf das Kreuz Jesu gestiegen und hat auf sich die Verantwortung genommen, welche wir vor der göttlichen Gerechtigkeit für unsere Sünden haben und hat jene Strafe, welche wir verdient haben, erleichtert. Dies alles ist geschehen, weil Gott die Kinder, welche er geschaffen hat, nicht verlieren möchte. Er hat vom Hl. Pio verlangt, den Weg unserer Bekehrung leicht und angenehm zu machen. Die Liebe Gottes ist ein Geheimnis, welches wir nie verstehen werden. Wir können nur danken und loben mit dem Gebet aus ganzem Herzen.
Don Vincenzo Carone (Koord. Servi della Sofferenza)
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