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Die Zeichen und Wunder des Heiligen Pio
Pater Pio schreibt seinem geistlichen Vater, “dass seine Seele nur auf Gott hin gerichtet ist, sie ist ganz in Gott gesammelt und auf Ihn konzentriert, so dass alle Fähigkeiten sich ganz spontan an Gott wenden, ohne zu bemerken, dass er für Ihn handelt. Und das, was ihn am meisten überrascht, ist, dass seine Seele, diese Bewegung zu Gott hin nicht bemerkt.” Die Wunder, Phänomene und Zeichen, mit denen Gott die Mission von Pater Pio in der Kirche bestätigte, wurden nicht im Namen Jesu vollbracht, so wie es normalerweise bei den Heiligen geschieht. Ihnen hat Jesus die Kraft verliehen, Wunder zu vollbringen. Die Zeichen und Wunder des Pater Pio hingegen, waren von Jesus persönlich gewollt und vollbracht. Die grössten Wunder waren und sind die Bekehrungen der Sünder. Jesus selbst stellte Pater Pio jene Menschen vor, denen er helfen sollte. Wenn Pater Pio zum Altar ging, dachte er immer für gewisse Personen beten zu müssen. Während der Heiligen Messe setzte ihm Jesus aber andere Menschen vor, die Pater Pio nicht gekannt hatte. Beim Betrachten der Wunder des Pater Pio, stehen wir immer vor dem Geheimnis des Sohnes Gottes, der in der Welt lebt und wirkt durch jene Menschen, dessen Seele nur auf ihn gerichtet ist die nur für ihn wirken. Viele vom Teufel Besessene werden ihm in Ewigkeit dankbar sein, dass sie von der Gegenwart Satans befreit worden sind. Als ihn eine Frau einmal um eine Erklärung bat bezüglich seiner Macht, die Teufel weg zu schicken, antwortete er, dass er keine Macht besitze dies zu tun: „Niemand kann die Teufel wegschicken, nicht einmal die Mutter Gottes, nur Jesus tut solche Dinge“. Wenn unter seinen Augen Wunder und Befreiungen von der teuflischen Macht oder von physischen und spirituellen Krankheiten geschahen, ging Pater Pio immer gleichgültig weg, wie einer, der dachte, dass diese Wunder nicht er gewirkt hätte. Wenn jemand mit einer Haltung des Staunens und Lobes gegenüber einem Heiligen stand, reagierte Pater Pio mit entschiedener Härte, denn er konnte nicht annehmen, dass die Werke Gottes ihm zugeschrieben würden. Er war so sehr mit Jesus verbunden, dass er nicht merkte, dass er für ihn wirkte. Pater Pio hat nie einen Exorzismus durchgeführt, er hat nie die Hände den Kranken die Hände auferlegt, um ihre Heilung zu erbitten. Dem Teufel sagte er mit einem drohenden Blick: „Geh weg“. Ich bin überzeugt, dass die Teufel Jesus sahen, der ihnen sagte weg zu gehen. Den Kranken, die ihn direkt oder durch andere Menschen um Heilung baten, antwortete er, dass er für sie beten würde. Das war alles. Manchmal belohnte er einen Sünder, der sich bekehrte und zu einem christlichen Leben zurückkehrte mit einer Heilung, ohne dass dieser ihn um dieses Wunder gebeten hatte. Alle außerordentlichen Geschehnisse des Lebens des Pater Pio sind ein sichtbares Zeichen des rettenden Willens Jesu und seiner göttlichen Macht. Durch den demütigen Pater vom Gargano drückten sich die großen Werke Gottes mit der höchsten Natürlichkeit aus. Es waren die Werke Jesu, der die Macht hat den Menschen Gesundheit, Heilung, Auferstehung und Leben zu geben. Wenn Jesus ein Wunder wirkte, hob er die Augen zum Himmel und dankte seinem Vater, damit “die Menschen glauben, dass du mich gesandt hast”. Wenn Pater Pio die Macht erhalten hätte, Wunder zu wirken, dann hätte er viele male Gott für diese Gabe gedankt. Er blieb aber gleichgültig, als ob es sich um Dinge handelte, die ihn nichts angingen. Er war so sehr mit Gott vereint, dass er nicht merkte, dass er zusammen mit ihm wirkte. „Nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir“, sagte der Apostel Paulus. Die Auferstehung der vielen Sünder hebt hervor, dass Jesus mit einer eigenen Macht wirkt und in engster Vereinigung mit dem Vater. „Mein Vater wirkt und auch ich wirke“. Bevor er zum Tod ging wollte er für jene beten, die an ihn glaubten, “damit sie eins sind in mir, wie du und ich eins sind”. Pater Pio lebte die Vereinigung mit Gott mit einer solchen Natürlichkeit, dass er nie das Verhalten eines Heiligen angenommen hat. Nichts gehörte ihm, alles gehörte Gott, alles war Gott. Die außerordentliche Wirkung seiner Werke kam nicht von ihm, sondern von demjenigen, der ihm zu handeln gebot und der mit seiner wunderbaren göttlichen Macht wirkte. Die großen Gefühle, die er hervorrufen ließ, wenn er Wunder vollbrachte, zeigten sich in Form großer Ehrfurcht und manchmal sogar des Schreckens, vor allem, wenn sich die Sünder im Mysterium der göttlichen Barmherzigkeit eingebunden verstanden. Die Überzeugung seiner Nichtigkeit vor Gott war so tiefgründig, dass sie durch sein gesamtes Verhalten hindurchscheinte, sodass nicht wenige ernsthaft an seiner Heiligkeit zweifelten. Wenn wir ihn vorbei gehen sahen, schauten wir ihn mit Augen voller Hoffnung an. Wir schätzten uns glücklich, wenn er uns einen Blick zuwarf, uns ein Lächeln oder ein Wort schenkte. Wir waren davon überzeugt, dass jener Blick, jenes Lächeln, die von Jesus waren. Es handelte sich unsererseits nicht um Fanatismus oder Schwärmerei. Wir waren fest davon überzeugt, dass der Pater, der neben uns ging, Jesus war. Niemand hatte es uns gesagt, wir selbst haben verstanden, dass es genau so ist. Pater Pio erfüllte treu den Dienst Christi in der Kirche. Die Ausübung dieses Amtes ist sein einziger Verdienst. Er wagte es nicht davon zu sprechen, was Christus durch ihn wirkte, um viele Männer, Frauen und Priester zum Gehorsam des Glaubens zu führen. Er sprach nur wenige Worte, seine Werke sprachen für sich. Die Macht seiner Zeichen und Wunder war die Macht des Heiligen Geistes. Wir hatten das Gefühl, in die Zeit der Evangelisation der Welt zurückgekehrt zu sein, zu welcher die Apostel Wunder und Zeichen wirkten, so wie Jesus es ihnen versprochen hatte. Jene Zeichen und Wunder haben sich mitten unter uns wiederholt, denn Gott sagt uns, dass die Heilsgeschichte weiter geht und dass auch diese Zeit entscheidend ist für die Erfüllung des Erlösungswerkes. Die Fülle der Zeit der Menschwerdung des Sohnes Gottes ist noch nicht abgeschlossen. Die Zeichen und Wunder, die Jesus gewirkt hat, haben in Pater Pio einen neuen Wert und eine neue Auswirkung erhalten mittels seiner göttlichen Autorität. Pater Pio hat sich immer auf Jesus berufen, auf seine Wahrheit und auf seine Versprechen. Er hat Zeichen und Wunder vollbracht, die unserer vom Chaos der Werte geplagten Welt bezeugen, dass Jesus noch immer seine Sendung wahrnimmt und die Sünder ruft in seine Herrlichkeit einzutreten. All das, was Pater Pio gemacht hat, zeigt uns die Gegenwart des Menschensohnes in unserer Mitte. Es zeigt uns auch, dass der demütige Pater vom Gargano für uns alle ein Geschenk der Gnade und des Heiles ist.
Don Vincenzo Carone (Koord. Servi della Sofferenza)
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