|
Liebe Freunde des Heiligen Pio von Pietrelcina,
ich habe gedacht, Euch einige meiner persönlichen Überlegungen über die Spiritualität des Hl. Pio zu senden. Ich hoffe, dass sie euch für das geistliche Leben und zur besseren Einfügung der „Verehrung des Hl. Pio“ in unsere Kirche in den deutschsprachigen Ländern nützlich sein können. Falls ihr es wünscht, so werde ich weitere Betrachtungen über das folgende Argument schreiben.
Als der Hl. Pio ein Bursche war, stellte er sich die Frage der Erlösung. Er wollte in den Himmel gehen, aber er kannte den Weg noch nicht. In seinem Herzen sah er, dass die Sünde und die Gebrechlichkeit seiner menschlichen Natur ein radikales Hindernis waren, um zu Gott zu gelangen. Er hatte verstanden, was der Ausdruck bedeutet, welchen er oft in den Predigten gehört hatte: Jesus ist gestorben als Sühnopfer für unsere Sünden. Er hat so begonnen über Christus zu betrachten, der leidet und am Kreuz stirbt und ist in dieser Betrachtung fortgefahren. Er war sich bewusst, dass Jesus am Kreuz alle grossen Reichtümer der Erlösung besitzt. Ein anderer Gedanke hat seine Seele erleuchtet: Warum hat Jesus gesagt, dass der Menschensohn nicht gekommen ist um bedient zu werden, aber um zu dienen und sein Leben hinzugeben für viele (Mk 10). Das Wort „Dienen“ bedeutet, etwas zu geben, was fehlt. Und Jesus ist gekommen, um Gott den Menschen zu geben. Gott aber ist gegenwärtig und wirkt nur in jenem Menschen, welcher ohne Sünde ist. Somit ist der Hl. Pio zum Schluss gekommen, dass das Leiden und Sterben am Kreuz, das Mittel bildet, mit welchem Jesus die Sünden der Menschen zerstört hat und sie frei und verfügbar für ihre Vereinigung mit Gott gemacht macht. Jesus hat aus dem Leiden ein Mittel der Rettung gemacht, das einzige Mittel der Rettung. Aber der Hl. Pio hat das Leiden nie geliebt, weil es ihm nicht gefallen hat zu leiden. Er hat das Kreuz geliebt, da er verstanden hat, dass Jesus das Kreuz auf sich genommen hat im Sinne eines einzigartiges Zieles seines Lebens und seiner Mission: sein eigenes Leben als Lösegeld für viele hinzugeben. Er hat also begonnen zu denken, was er machen muss, um in die erlösende Mission des Herrn einzutreten. „Als Lösegeld für viele“, gemäß der semitischen Art die Gedanken auszudrücken, bedeutet dieser Ausdruck, dass er niemanden ausschließt, auch wenn es in Wirklichkeit nicht alle sind. Diese Worte des Evangeliums haben im Herzen des Hl. Pio eine große Liebe zu allen Menschen angezündet, im Sinne, dass auch er sein Leben für uns Sünder geben wollte, so wie es Jesus getan hat, auch wenn sich der Hl. Pio bewusst war, dass seine Leiden nicht die erlösende Kraft haben konnte wie jene des Herrn. Der Hl. Pio ist zur Hl. Schrift gegangen um diesen Gedanken zu vertiefen, welcher sich immer klarer in seinem Geist abzeichnete. „Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Is 53). Er hat uns alle im Licht des Wortes Gottes gesehen, und auch sich selbst, wie zerquetscht von der Strafe unserer Sünden. In seiner Seele hörte er die klare Stimme des Heiligen Geistes, welcher ihm eingab, von Gott die Strafe für die Sünden zu verlangen, welche wir für unsere Schuld verdienten. Der Wunsch stellvertretend für uns unsere Strafen auf sich zu nehmen wurde in ihm immer grösser. Dieser Ausdruck „das Leben als Lösegeld für viele“ bedeutet, dass Jesus sein Leben im Namen und in Stellvertretung der Menschheit gegeben hat, um alle von der Sünde zu befreien. Der Hl. Pio war ein Mann, auch er wurde in der Erbsünde geboren, und er konnte nichts machen um uns direkt helfen zu können. Als er Simon von Zyrene gesehen hat, welcher Jesus das Kreuz tragen half, hat er gedacht, dass das die richtigste Sache zu tun war. Auch er wollte ein Zyrener werden, er wollte das Kreuz des Herrn sich auf legen, um - auch wenn nur wenig - seine unermesslichen Leiden zu erleichtern.
Die Gründe, welche sein Leben auf Kalvaria hin gestossen haben, wurden in seinem Herzen durch die Betrachtung über das Wort Gottes gebildet. In dieser Betrachtung hat er sich selber, Gott und den Weg seines Lebens, kennengelernt. Er sagt, dass die Betrachtung für das geistliche Leben eines jeden Christen grundlegend ist. Wenn ihm ein geistlicher Sohn oder eine geistliche Tochter sagten, dass sie keine Betrachtung machen, hat er verzichtet ihr/sein geistlicher Vater zu sein. Er sagte, dass man ohne die Betrachtung kein geistliches Leben führen kann.
Don Vincenzo Carone (Koord. Servi della Sofferenza)
|
|
 |
Dear friends of St. Pio of Pietrelcina,
I thought for sending you some of my personal considerations of the spiritual life of St. Pio. I hope that it could be useful for your religious life and especially for a better insertion and worship of St. Pio into our church. If you wish, I will write further views about the following argument.
In the time, when St. Pio was a young boy, he asked himself the question of salvation. He wanted to go to the eternal life, but he did not know the way how to do that. In his heart he saw that the sin and the frailty of its human nature were a radical obstacle, in order to come to God. He had understood, what the expression meant, that he had often heard in the scripture: Jesus has died as sacrifice for our sins. He began to consider about the fact, that Christ suffered and died on the cross and in this point of view, he continued to consider about this. It was conscious that Jesus on the cross owned all the large gifts of salvation. Another thought illuminated his soul: Why did Jesus say that the son of man did not come for being served, but to serve and in addition to give his life for many (Mk 10). The expression “serve” meant to give something, that is missing. And Jesus came, in order to give us humans God back, who is missing in our soul and our life. God however is present and works only in that humans, who are without sin. Thus the Hl. Pio came at the end to the conclusion, that the fact of suffering and dying on the cross, means a way, with that Jesus destroyed the sins of humans and made them free and available for their communion with God again. Jesus turned the suffering into a means of salvation, the only means of salvation. But St. Pio never loved suffering, because it was not a pleasure for him to suffer. He loved the cross, since he understood that Jesus took the cross on himself in the sense of one goal of his life and his mission: to give up his own life as ransom for many. He began to think about the fact, what he had to do, in order to enter the mission of salvation of the Lord. The expression “Als ransom for many”, according to the semitic kind to express, this expression means the thoughts that he does not exclude anybody, even if in reality, there will not all besaved. These words of the gospel ignited a great love in the heart of St. Pio to all humans in the sense that he also wanted to give up his life for us sinners, in the way like Jesus did, even if St. Pio has been conscious that his suffering could not have the releasing strength like this of the Lord. St. Pio went to the sacred scripture to consider this thought, that appeared even more clearly in his spirit. “fot our salvation the punishment was on him, by its wounds we healed” (Is 53). He saw all of us in the light of the word of God, and also himself, as crushes from the punishment of our sins. In his soul he heard the clear voice of the holy spirit, which spoke to him, to require from God the punishment for the sins, that we had to get for our debt. The desire to take the penance from us representatively on him, continued to increase in him
. The expression, to give up his live for many, means that Jesus gave his life in the name and in representation to the whole mankind, in order to release all from the sin. St. Pio was a man and he also was born in the hereditary sin. He could and was not able to do anything to help us directly. But when he saw Simon of Zyrene, helping Jesus carrieing the cross, he thought that that was the most correct thing to do. He also wanted to become a Zyreian, he wanted to put the cross of his Lord on his shoulder , in order - even if only a few - to facilitate its immeasurable suffering.
The reasons, which made him discovering Kalvaria in his life, were formed in his heart by the reflection and meditation of the word of God. In this view he became acquainted with himself, God and the way of his life. He says that the dayly reflection is fundamental for the religious life of each Christian. If one of his spiritual children said to him that they do not do the dayly reflection, he said, that in this case it isn’t possible for him to be a spiritual father. He said that one cannot lead religious life without the dayly meditation.
Don Vincenzo Carone (Koord. Servi della Sofferenza)
|
|